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Überblick

Titel Mitteldeutsche Industrieregion fördert interkulturelle Austauschmaßnahmen|Mobil
Titel (gekürzt) MIRIAM|MOBA
ID 149
Laufzeit 01.10.2009 - 31.12.2012 (IdA I)
Telefon +49 (0)3452176849|+49 (0)34521
E-Mail miriam@qfc.de|barbara.salden@qfc.de
Weblink www.qfc.de
Beschreibung

Das transnationale ESF-Projekt MIRIAM wird im Saalekreis/Sachsen-Anhalt durchgeführt. Die Namensgebung MIRIAM – Mitteldeutsche Industrieregion fördert interkulturelle Austauschmaßnahmen – zielt auf die spezifische regionale Situation ab, aus der die Grundzüge des Projekts MIRIAM entwickelt wurden. Zielgruppe des Projektes sind jugendliche Erwerbslose bis 27 Jahre mit Aktivierungs- und Unterstützungsbedarf zur Überwindung von Hemmnissen im Integrationsprozess. Die bei ihnen auftretenden Hemmnisse haben an den Schnittstellen Schule/Ausbildung bzw. Ausbildung/Beruf nach Abschluss einer außerbetrieblichen Berufsausbildung sowie nach Absolvieren einer akademischen Ausbildung zu Schwierigkeiten beim Finden der beruflichen Perspektive geführt. Die beiden zentralen Merkmale dieser Zielgruppe in der Region bilden zum einen eine sehr hohe Langzeitarbeitslosigkeit und zum anderen eine äußerst geringe Mobilität der davon Betroffenen. 220 Angehörige dieser Zielgruppe erwerben im Projekt MIRIAM berufspraktische Erfahrungen im EU-Ausland, ca. 145 davon in Polen und ca. 75 in Frankreich. Die Teilnehmenden erwerben bzw. vertiefen ihre Fremdsprachenkenntnisse, stärken ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen und erhöhen damit ihre Beschäftigungschancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Mitteldeutsche Industrieregion ist geprägt von einer Vielzahl von Betrieben mit länderübergreifenden Unternehmensstrukturen. Daraus können leicht Missverständnisse, Konflikte und Fluktuationen entstehen. Im Projektfokus steht deshalb neben der Erweiterung der interkulturellen Kompetenzen auch die Förderung von konfliktfähiger Toleranz. Übergeordnetes Projektziel ist die Förderung eines weltoffenen Klimas in Sachsen-Anhalt und die präventive Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus. Auf den geplanten einmonatigen Auslandsaufenthalt in den EU-Gastländern Polen und Frankreich werden die TeilnehmerInnen intensiv durch einen systematischen Kompetenzaufbau mit Profiling, Sprachanimation, interkulturellem Training und die aktive Beschäftigung mit Berufsinhalten vorbreitet. Das Profil der zugewiesenen TeilnehmerInnen wird zunächst hinsichtlich ihrer fachlichen und sozialen Kompetenzen analysiert und es wird ein Coaching durchgeführt. Die Teilnehmenden werden an die Thematik „Aufenthalt im Ausland“ herangeführt. Diejenigen mit genereller Eignung und Motivation schließen danach eine 10-wöchige Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (AGH-MAE) an, die der eigentlichen Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt dient und in deren Zentrum der Erwerb von fremdsprachlichen Kompetenzen, die interkulturelle Vorbereitung auf das Gastland durch das Kennenlernen seiner sozio-ökonomischen Gegebenheiten, die Beschäftigung mit der eigenen Region durch Erarbeitung einer Bild- und Videodokumentation sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen Berufsinhalten durch Schnupperpraktika stehen. Die gemeinsamen Aktivitäten steigern die interkulturellen Kompetenzen der Jugendlichen, führen zur Teambildung und festigen die Gruppe, denn die Auslandaufenthalte sowohl in Polen, als auch in Frankreich finden als Gruppenaufenthalte mit gemeinsamer Unterbringung und Gemeinschaftsverpflegung statt. Während dieser Auslandsaufenthalte absolvieren die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen Einzel- oder Gruppenpraktika in verschiedenen Berufsfeldern und werden rund um die Uhr durch die transnationalen Partner betreut. An den Auslandsaufenthalt schließt sich eine kurze, aber zielgenaue Nachbereitungsphase von 30 Stunden an, während derer der Aufenthalt im Ausland von den Teilnehmenden reflektiert wird und sie sich aktiv an der Projektevaluation beteiligen. Des Weiteren werden in Absprache mit dem Träger der Grundsicherung passgenaue Vermittlungsstrategien erarbeitet, damit eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt erfolgen kann. Alle Projektphasen im Rahmen des Projektes MIRIAM fügen sich in das Eingliederungskonzept der örtlichen Grundsicherungsstelle ein. Im Gegenzug besuchen ca. 50 benachteiligte Jugendliche aus Polen und Frankreich für jeweils 1 Woche die Mitteldeutsche Industrieregion. Bei diesen transnationalen Begegnungen mit deutschen Jugendlichen stehen in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region ebenfalls arbeitsmarktbezogene Aktivitäten im Vordergrund. Dritter Projektschwerpunkt ist die Festigung von Netzwerkstrukturen und thematischen Kooperationsbeziehungen zu ExpertInnen und AkteurInnen der lokalen und regionalen Arbeitsmarktpolitik aus den beteiligten Ländern durch den transnationalen Austausch von Know-How, Erfahrungen und Lösungsansätzen auf mehrtägigen transnationalen Erfahrungsaustauschen in Deutschland, Polen, Frankreich und Serbien, in deren Ergebnis eine mehrsprachige Broschüre zur Problematik erarbeitet wird.|Das transnationale ESF-Projekt MOBA wird in Sachsen-Anhalt in den Landkreisen Dessau-Roßlau, Burgenlandkreis, Anhalt-Bitterfeld und Saalekreis in Kooperation mit den dortigen Jobcentern durchgeführt. Kernstück des Projektes ist ein einmonatiger Auslandsaufenthalt in Dänemark oder Polen. Unsere Teilnehmenden sind Menschen mit Benachteiligungen und Behinderungen, jedoch mit Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt. Unter die Einschränkungen, welche den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren, fallen fehlende oder nicht anerkannte Ausbildungen, körperliche Behinderungen oder Beeinträchtigungen, kognitive Einschränkungen oder psychosoziale Schwierigkeiten, die mit Langzeitarbeitslosigkeit einhergehen. Eine Altersbegrenzung für das Projekt gibt es nicht - sowohl SchulabgängerInnen mit oder ohne Schulabschluss als auch ältere Erwachsene, die bereits längere Zeit arbeitslos sind, können teilnehmen. Für die Jugendlichen ohne Berufsabschluss kann das Auslandspraktikum der Einstieg in eine berufliche Erstausbildung sein, für diejenigen mit Berufsabschluss, welchem eine längere Phase der Arbeitslosigkeit folgte, kann es Wiedereinstieg oder Neuorientierung sein. Allen Teilnehmergruppen ist gemeinsam, dass sie normalerweise eine geringe Mobilität aufweisen und damit sehr eingeschränkte Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben. MOBA will durch den Arbeitsaufenthalt im Ausland diese Mobilität vergrößern, neue Perspektiven eröffnen und damit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt vergrößern.

Projektablauf

Bevor die Teilnehmenden jedoch nach Polen oder Dänemark reisen, werden sie intensiv auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet. Am Beginn dieser Vorbereitung steht eine einwöchige Kompetenzfeststellung. Mittels fundierter Methoden werden berufliche, personelle und sozial-kommunikative Fähigkeiten erhoben sowie die Bereitschaft zu einem Auslandsaufenthalt ausgelotet. Dabei spielt das Kennenlernen der Teilnehmenden im Einzelgespräch eine besondere Rolle.

Daran schließt sich als zweiter Teil eine spezielle Vorbereitung auf das Gastland und den beruflichen Einsatz an. Diese beinhaltet neben einem beruflichen Training gezielte landesspezifische Vorbereitungen. Dazu gehören Sprachanimation sowie Kommunikations- und interkulturelle Trainings. Die berufspraktische Vorbereitung erfolgt in Schnupperpraktika in Unternehmen bzw. in Werkstätten der nationalen Partner um eine erste berufliche Neu- bzw. Wiederorientierung zu geben. Um die Unterstützungspotenziale in der Teilnehmerinnen- und Teilnehmergruppe anzuregen, lernen sich die Teilnehmer auf einem dreitägigen Mobilitätsseminar außerhalb ihres Wohnorts kennen.

Ein Teil der Projektteilnehmenden wird das einmonatige Praktikum in Polen absolvieren. Je nach Art und Grad der Behinderung, Vorkenntnissen und individueller Zielsetzung werden sie einzeln in Unternehmen und kommunalen Einrichtungen eingesetzt oder arbeiten als Kleingruppe im Integrationszentrum. In der Kreisstadt Milicz gibt es bereits positive Projekterfahrungen aus dem Projekt MIRIAM, das die QFC GmbH gegenwärtig im Rahmen des ersten IdA-Aufrufs dort erfolgreich umsetzt. Der Einsatz ist im Bau, in Alten- und Kinder-, Betreuungs- und Pflegeinrichtungen sowie weiteren Dienstleistungsbereichen möglich. Die Gemeinde Byczyna verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der internationalen Projektarbeit, die Tätigkeiten dort konzentrieren sich u.a. auf den Garten- und Landschaftsbau, Holz- und Metallbearbeitung wie auch den Recyclingbereich. Unterstützt von der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Mikuszewo im Kreis Mioslaw kann umfangreiche Projektarbeit in der baulichen Sanierung sowie in der Gestaltung der Parkanlagen durchgeführt werden.

In Dänemark werden die Teilnehmenden das System der Produktionsschulen kennenlernen. Unter Anleitung durch Lehrer der Produktionsschule werden sie vor allem in den Bereichen Metall, Lager, Verkauf, Kochen, Nähen oder in der Kreativwerkstatt eingesetzt, wo sie in den entsprechenden Berufsfeldern theoretisch und praktisch unterwiesen werden.

Für alle Teilnehmenden gilt, dass sie während des Praktikums ohne marktwirtschaftlichen Druck die entsprechenden Berufsfelder theoretisch und praktisch kennenlernen bzw. ihre Vorkenntnisse in ihren Spezialgebieten einbringen können. Dabei werden sie vor Ort während und außerhalb der Arbeitszeiten zweisprachig betreut

Ziel der 15-tägigen Nachbereitungsphase ist der pädagogisch angeleitete Transfer der Auslandserfahrungen in umsetzbare Lebensziele. Dies gelingt durch eine Reflexion des Auslandseinsatzes in Verbindung mit einer umfassenden Evaluation. Daran schließt sich ein Vermittlungscoaching an, welches in konkreten Bewerbungen um Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätze mündet.

Des Weiteren steht die Förderung von konfliktfähiger Toleranz im Projektfokus. Für alle Teilnehmer beinhaltet die Vorbereitung auf und die Durchführung des Auslandsaufenthaltes eine sehr intensive Beschäftigung mit fremden Kulturen. Dabei treten oft Vorurteile und intolerante Haltungen zutage. Durch die intensive Auseinandersetzung mit diesen Meinungen im Vorfeld sowie die dann im Ausland selber gemachten Erfahrungen sollen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus präventiv bekämpft und damit ein weltoffenes Klima in Sachsen-Anhalt gefördert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt im Projekt sind die Vernetzung und enge Kooperation mit regionalen, nationalen und transnationalen Experten. Die Zusammenarbeit mit den in- und ausländischen Projektpartnern sowie mit regionalen Arbeitsmarktakteuren, Sozialpartnern, Vertretern von Selbsthilfeorganisationen von Menschen mit Behinderungen und Mobilitätsakteuren wird auf insgesamt drei Expertentreffen gefestigt werden.

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