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Überblick

Titel Ochotniczych Hufców Pracy
Titel (gekürzt) OHP
ID 804
Laufzeit 01.04.2011 - 30.06.2014
Adresse (komplett) OHP ul. 28 Czerwca 1956 r. 211 61-485 Poznan Polen
Strasse ul. 28 Czerwca 1956 r.
Strasse Nr. 211
PLZ 61-485
Ort Poznan
Land PL
Ansprechpartner Piotr Zerbe
Telefon 0618312405
Fax 0618312485
E-Mail komendaglownaohp@ohp.pl
Weblink
Beschreibung

Die Freiwilligen Arbeitsgruppen (OHP) sind eine staatliche Einrichtung, deren Hauptaufgaben auf der Unterstützung des Bildungssystems durch soziale, berufliche und wirtschaftliche Aktivierung der Jugendlichen, durch Ergreifen von Maßnahmen zum Ausbau der beruflichen Qualifikationen oder zur Umschulung, Unterstützung der Initiativen zur Vorbeugung der Arbeitslosigkeit und Erziehung im Arbeitsprozess, dabei auch Organisierung der Beschäftigung und der internationalen Zusammenarbeit der Jugendlichen beruhen.

 

Das Hauptziel der Tätigkeit von Freiwilligen Arbeitsgruppen (OHP) besteht darin, den Jugendlichen die günstigen Bedingungen zur richtigen Sozial- und Berufsentwicklung zu schaffen - dabei werden besondere Maßnahmen an die sozial missachteten Jugendlichen gerichtet, deren Unterstützung auf dem Aufbau eines Unterstützungssystems für die sozialschwächsten Gruppen, auf der Organisierung und dem Ergreifen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut, Arbeitslosigkeit und sozialen Pathologien beruht.

 

Die Zielgruppen der OHP-Tätigkeiten sind drei Jugendgruppen im Alter von 15-25 Jahren. Zur ersten Gruppe gehören vernachlässigte Jugendlichen mit verminderten sozialen Chancen, aus sozial unangepassten, oft pathologischen, manchmal auch kriminogenen Milieus, die auch oft auf Lernschwierigkeiten treffen. Jedes Jahr werden diese Jugendlichen - in der Zahl von über 32 Tausend - in die mehr als 200 Bildungs- und Erziehungszentren der OHP aufgenommen.

 

Die zweite Gruppe bilden Absolventen der Berufs- und Oberschulen (auch Schüler der letzten Klassen), Absolventen der Hochschulen - gebildete Jugendliche mit bereits gewissen beruflichen Qualifikationen - die jedoch von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Für diese Gruppe sind von OHP arbeitsmarktbezogene Maßnahmen vorgesehen.

 

Die dritte Gruppe bilden Schüler der Berufs- und Oberschulen sowie Studenten, die in ihrer Freizeit durch die Vermittlung von OHP arbeiten, berufliche Erfahrungen sammeln und dabei auch ihre finanzielle Lage verbessern wollen. Jedes Jahr melden sich bei OHP nahe 250.000 Jugendliche an, wovon über die Hälfte die Arbeit - vor allem Saisonarbeit und Kurzzeitarbeit aufnimmt.

 

Diese Aufgaben werden durch die OHP-Hauptkommandantur und ihr unterliegende 16 Bezirkskommandanturen mit 49 Bildungs- und Arbeitszentren für Jugendlichen sowie mit 9 Bildungs- und Erziehungszentren realisiert. Im Hinblick auf die Art der realisierten Aufgaben werden die OHP-Stellen in zwei Gruppen unterteilt:

 

 

 

Bildungs - und Erziehungsstellen in der Anzahl von 219, darunter: 9 Bildungs- und Erziehungszentren, 29 Schulungs- und Erziehungszentren, 101 Arbeitsgruppen und 80 umfeldbezogene Arbeitsgruppen. An diesen Stellen sind zur Zeit über 33,5 Tausend Jugendlichen angemeldet,

 

Die OHP - Stellen, die ihre Aufgaben auf dem Arbeitsmarkt realisieren und nahe 430 Zentren bilden, darunter: Bildungs- und Arbeitszentren für Jugendlichen, Mobile Beratungszentren für Berufsauskunft, Arbeitsagenturen für Jugendlichen und deren Filialen, Karierrezentren für Jugendliche, Arbeitsvermittlungsstellen, Arbeitsclubs.

 

 

 

Alle vorgenannten Organisationseinheiten von OHP sind im kleineren oder höheren Maß offene Einrichtungen - sie realisieren ihre Aufgaben zum Besten der örtlichen Gemeinschaft, unter der Zusammenarbeit und Zusammenwirkung der örtlichen Verwaltungsbehörden, Arbeitgeber, Verbänden und Stiftungen.

 

Die Jugendlichen aus der ersten Gruppe werden in die OHP-Stellen von Kuratorien, pädagogisch-psychologischen Beratungsstellen, Sozialhilfestellen, Vormundschafts-Dienststellen, Gerichten, Polizei und Kinderheimen eingewiesen. Die Aufnahme in die OHP erfolgt jedoch nur gutwillig. Die Jugendlichen können sich an folgenden OHP-Stellen anmelden: Arbeitsgruppen, umfeldbezogene Arbeitsgruppen, Schulungs- und Erziehungszentren sowie Bildungs- und Erziehungszentren. Für Jugendlichen, die sich in der schwierigsten Familienlage und im materiellen Notstand befinden, werden von diesen Stellen kostenlose Unterkunft in Internaten und Verpflegung gesichert.

 

Die Bildung im Rahmen der Beteiligung an den OHP ermöglicht den Jugendlichen allgemeine Kenntnisse und berufliche Vorbereitung im Rahmen des polnischen Bildungssystems zu erwerben. Ein OHP-Teilnehmer ergänzt seine allgemeine Bildung im Bereich der Grundschule oder des Gymnasiums mit gleichzeitiger beruflichen Vorbereitung zur Ausübung bestimmter Arbeitsarten oder erwirbt berufliche Qualifikationen gemäß dem Lehrgang einer Berufsschule. Die allgemeine Bildung wird an öffentlichen Schulen realisiert. Berufspraktikum erfolgt bei fremden Arbeitgebern (z.B. Handwerkern) oder bei OHP-Einrichtungen. Die Berufslehre dauert 2 oder 3 Jahre lang - je nach Lehrprogramm. Ein Absolvent eines OHP-Lehrgangs bekommt ein Schulabschlusszeugnis und nach der erfolgreichen Ablegung der Berufsprüfung - einen Berufstitel oder eine Bescheinigung über den Abschluss der beruflichen Anlernung zur Ausübung einer bestimmten Arbeit. Die Beschäftigung und berufliche Vorbereitung der OHP-Teilnehmer erfolgt auf der Grundlage der individuellen Arbeitsverträgen, die zwischen den Arbeitgebern und den OHP-Teilnehmern gemäß den Beschäftigungsbedingungen für jugendliche Arbeitnehmer abgeschlossen werden. Laut diesen Verträgen bekommen die OHP-Teilnehmer eine Vergütung für die Arbeit- und Lernzeit und nehmen das Recht auf die ihnen zustehenden Sozialleistungen in Anspruch. Der Zeitraum der Berufslehre wird auf ihre Dienstzeit angerechnet. Das Abschlusszeugnis einer Berufsschule ermöglicht ihnen, sich z.B. an einer Oberschule weiter zu bilden. Das Angebot von OHP im Bereich der Berufslehre ist sehr vielfältig und ermöglicht den Jugendlichen, einen interessanten Beruf aus 56 Professionen auszuwählen.

 

Die wichtigsten Tätigkeitsgebiete im Bereich der Erziehung von Jugendlichen - OHP-Teilnehmern - sind: soziale Prävention - darunter Suchtvorbeugung, Schutzmassnahmen gegen negative Verhaltensarten und gesundheitliche Prophylaxe, Bildung und Aktivierung auf verschiednen Gebieten des sozialen Lebens (Umweltschutz, Bürgerpflichten, interkulturelle Beziehungen usw.). Die erzieherische Beeinflussung wird vor allem durch Bildung- und Kulturprojekte, Erholungs- und Sportveranstaltungen, Touristik sowie durch verschiedene Formen von psychologischer und fachlicher Unterstützung realisiert. In den Organisationseinheiten funktioniert landesweit ein einheitliches "Erziehungssystem", das ein eigenartiges Vademecum für das OHP-Personal und Anregungsquelle für die Wahl und Erarbeitung von effektiven Inhalten und Tätigkeitsformen zum Besten der den OHP anvertrauten Jugendlichen darstellt. Bei der Erziehungspraxis spielen die Erziehung durch die Arbeit und Erziehung für den Arbeitsmarkt die leitende Rolle. Die Arbeit wird als effektive Erziehungsmethode betrachtet.

 

Die Freiwilligen Arbeitsgruppen, als eine Einrichtung des Arbeitsmarktes realisieren komplexe Tätigkeiten auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes, die an die Jugendlichen im Alter von 15-25 Jahren gerichtet sind.

 

Im Rahmen dieser Tätigkeiten werden folgende kostenlose Leistungen geboten: Arbeitsvermittlung, Berufsberatung und Berufsauskunft, Werkstätten für aktive Arbeitssuche, Schulungen, arbeitsmarktbezogene Lehrprogramme. Diese Aufgaben werden über abgestimmte Beratungssysteme, Arbeitsvermittlung und Berufsschulungen an folgenden OHP-Stellen realisiert: Arbeitsagenturen für Jugendlichen und deren Filialen, Arbeitsclubs, Arbeitsvermittlungsstellen, Berufliche Schulungszentren, Mobile Beratungszentren für Berufsauskunft sowie Karierrezentren für Jugendlichen. Diese Stellen werden durch Erziehungs- und Arbeitszentren für Jugendlichen beaufsichtigt. Ihr Angebot stellt die Antwort auf Bedürfnisse der örtlichen Jugendgruppen an konkreten arbeitsmarktbezogenen Dienstleistungen dar.

 

Im Jahre 2011 waren an den Arbeitsagenturen für Jugendlichen über 177 Tausend Arbeit suchende Jugendlichen erfasst, 166 Tausend Arbeitsstellen wurden geworben. Eine wesentliche Rolle bei der Realisierung der Arbeitsvermittlung spielen auch Arbeitsbörsen und Arbeitsmärkte, die jedes Jahr von allen Bildungs- und Arbeitszentren für Jugendlichen und ihr unterliegenden Stellen an verschiedenen inländischen Standorten organisiert werden.

 

Der Tätigkeitsbereich der Mobilen Beratungszentren für Berufsauskunft und der Karrierezentren für Jugendlichen umfasst die Berufsauskunft und Berufsberatung sowie unternehmerische Fragen. Mobile Beratungszentren für Berufsauskunft verfügen über gekennzeichnete und entsprechend ausgestatte Kleinbusse, mit denen die Berufsberater auch kleinere Ortschaften besuchen. Die Berufsberatung wird in folgenden Formen durchgeführt: Gruppentreffen und Werkstätte für Berufsauskunft sowie individuelle Berufsauskunft und Berufsberatung.

 

Karierrezentren für Jugendlichen sind stationäre Einrichtungen. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist der Unternehmungsgeist. Die Berufsberater bemühen sich, bei den Jugendlichen eine Unternehmenslust zu bilden, indem sie sie durch Organisation und Beratung bei den Konzepten der selbständigen Tätigkeit unterstützen. Das Netzwerk der Karierrezentren wird ausgebaut - vor allem mit der Unterstützung des Europäischen Sozialfonds im Rahmen des polnischen Projektes "OHP als Dienstleister auf dem Arbeitsmarkt". Es ist geplant, 150 neue OHP-Stellen zu gründen.

 

Zu den Aufgaben der OHP gehört auch die Rückerstattung aus dem Arbeitsfonds der Löhne für jugendliche Arbeitnehmer. Die OHP sind ab dem 1. September 2004 die einzige Institution des Arbeitmarktes, bei der die Anträge auf Abschluss der Rückerstattungsverträge gestellt werden können. Die diese Aufgabe durchführenden OHP-Stellen sind Bezirkskommandanturen sowie Bildungs- und Arbeitszentren für Jugendlichen. Das Ziel dieser Tätigkeiten ist die Nachfrage nach jugendlichen Arbeitnehmern auf den örtlichen Arbeitsmärkten anzuregen, um den Jugendlichen die Gewinnung von Berufserfahrungen zu ermöglichen und die Chancen auf Festbeschäftigung zu erhöhen.

 

Breite Aussichten im Bereich der Durchführung von gesetzlichen Aufgaben wurden für OHP durch die Inanspruchnahme der europäischen Beihilfeprogramme, vor allem aus dem Europäischen Sozialfonds eröffnet. Um den Bedürfnissen der durch die Marginalisierung und soziale Ausscheidung gefährdeten Jugendlichen entgegenzukommen, begannen die Freiwilligen Arbeitsgruppen als eine der ersten polnischen Institutionen seit 2004 die aus den ESF-Mitteln mitfinanzierten Projekten durchzuführen, die dann in den Folgejahren fortgesetzt wurden. Durch die Inanspruchnahme der Zuwendungen aus den europäischen Beihilfefonds haben OHP in den letzten Jahren 17 Projekten.

 

Die Zielgruppe für alle Projekte sind die durch die Marginalisierung und soziale Ausscheidung gefährdeten Jugendlichen. Durch die Teilnahme an den Projekten können sie ihre soziale und berufliche Aktivierung steigern, indem sie z.B. neue Berufsqualifikationen erwerben, den versäumten Lehrgang nachholen, Fähigkeiten im Bereich der IT-Technik gewinnen, zur Lehre und Arbeitssuche motiviert werden, ihr Selbstwertgefühl und Verantwortungsbewusstsein steigern.

 

Die ESF-Mitteln sind eine wichtige Unterstützungsquelle für die durch OHP getroffenen Maßnahmen. Diese Unterstützung spiegelt sich in der Steigerung des Professionalismus der geleisteten Bildungsdienste und Erhöhung der Anzahl von Jugendlichen wieder, die bei der Lösung ihrer Lebensprobleme real unterstützt werden. Die OHP-Organisation realisiert die hinsichtlich des Umfangs und der Anzahl der Teilnehmer größten EFS-Projekten. Auf Grund der Projektergebnisse kann man die OHP als einen erfahrenen Projektgeber bewerten, der die gesetzten Ziele mitrealisiert und den an Arbeitsmarkt, an die soziale Integration und Fortbildung orientierten Herausforderungen der Beihilfeprogramme entgegenkommt. Die durch OHP realisierten EFS-Projekte wurden als sehr nützlich durch örtliche Gemeinschaften angenommen und sehr gut bewertet - nicht nur von den jugendlichen Teilnehmern, aber auch von unabhängigen Evaluatoren.

 

Freiwillige Arbeitsgruppen sind auch im Bereich des Internationalen Jugendaustausches intensiv tätig. Der Jugendaustausch gilt als wichtiger Faktor im Erziehungs- und Bildungsprozess. Der von OHP angeregte internationale Jugendaustausch wird unter Inanspruchnahme der europäischen Beihilfefonds, unter besonderer Berücksichtigung des Programms "Die Jugend und Handlung" und des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes organisiert. Im Rahmen des Programms "Jugend und Handlung" wurden 2011 47 Projekte und im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes - 68 Projekte. Im Jahre 2011 hat die OHP-Organisation auch Projekte im Rahmen von weiteren europäischen, internationalen Jugendaustauschprogrammen (z.B. Leonardo da Vinci) oder im Rahmen der aus eigenen Mitteln finanzierten Plänen realisiert. Die OHP-Stellen entwickeln ständig und regelmäßig Beziehungen zu ausländischen Organisationen, um die Zusammenarbeit mit neuen Stellen anzubahnen oder die bestehenden Verhältnisse mit bisherigen Partnern auszubauen. Die effektivsten sind die direkten Gespräche in der Form von vorbereitenden und eigentlichen Besuchen, Schulungen der Volontäre, Foren für Erfahrungsaustausch, Seminaren usw. Außerdem nehmen jedes Jahr die Vertreter der OHP-Hauptkommandantur und der ihr unterliegenden Stellen an zahlreichen Konferenzen und Gesprächen zu Bildungs- und Erziehungsproblemen im Inland und Ausland teil.

 

Die Freiwilligen Arbeitsgruppen sind eine moderne Einrichtung, die die neuesten Lösungen und Arbeitsmethoden anwendet und laufend auf die sich ändernden sozialen Bedingungen und Bedürfnisse der Jugend reagiert und ihre Maßnahmen an die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes anpasst. Damit gilt unser Anspruch auf die führende Rolle auf dem Gebiet der beruflichen und sozialen Aktivierung der jungen Generation in Polen als recht begründet.

 

 

 

 

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