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Überblick

Titel EU-fit Trägerverbund
Titel (gekürzt) EU-fit
ID 306
Laufzeit 01.05.2009 - 31.12.2014
Telefon +49 (0)2361 3021-205
E-Mail brigitte.sicken@reinit.de
Weblink www.eu-fit.de
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Beschreibung

EU-fit hat das Ziel, in besonderer Art auf die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher (18 bis 30 Jahre) einzugehen, um Hilfebezug zu reduzieren oder zu beenden. Seit Mai 2012 ist die Zielgruppe erweitert um alleinerziehende Teilnehmende, die mit ihren Kindern am gesamten Projektablauf teilnehmen, jedoch die Möglichkeit eines verkürzten Auslandsaufenthalts (begründet durch Schulpflicht der Kinder) haben.

 

Durch den transnationalen Austausch (bis 2010 nach Irland und Polen, seit Januar 2011 werden beide Teilprojekte in Irland, in Limerick und in Cork durchgeführt) wird zum einen eine Herauslösung aus dem problembehafteten sozialen Umfeld ermöglicht, um so die Chance zum Ausprobieren und Etablieren neuer Verhaltensmuster zu geben. Zudem erwerben die jungen Menschen einen Zuwachs an Fähig- und Fertigkeiten und erfahren so eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins.

Durch die neuen Sozial- und Handlungskompetenzen können die Jugendlichen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt integriert werden, sie werden ermutigt, ihre Flexibilitäts- und Mobilitätsbereitschaft zu reflektieren. Zudem erwerben die Teilnehmenden im Ausland auch handlungspraktische Berufsfeldkompetenzen, die ihnen in der Folge auf dem deutschen Arbeitsmarkt als Alleinstellungsmerkmal dienen. Durch das Arbeiten außerhalb des gewohnten Bezugrahmens wird den Jugendlichen auch die übergreifende Wichtigkeit von primären Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Fleiß, Einsatzbereitschaft vermittelt.

 

Die Akquisition möglicher Jugendlicher wird auf zwei Arten durchgeführt. Der Trägerverbund hat eine dreisprachige Internetplattform erstelllt, über die interessierte Jugendliche Informationen über EU-fit erhalten und Kontakt für ein Erstgespräch herstellen können. Weiterhin wird durch die gezielte Ansprache der Fachkräfte der Arbeitsagentur und der Jobcenter ein weiterer Zugangsweg zu Teilnehmenden erschlossen. Dabei werden in der Vorbereitungsphase 30 Teilnehmende aufgenommen, letztendlich können in jedem Projektdurchgang 15 junge Erwachsene nach einem Auswahlverfahren in das Gastland entsandt werden. Die Auswahl erfolgt im Verlauf der Maßnahme für alle Teilnehmenden transparent und orientiert sich an den Fremdsprachkenntnissen, der berufsbezogenen Persönlichkeit sowie den generellen Kompetenzportfolios der Teilnehmenden.

 

Im Rahmen der Akquisition wird geprüft, ob Grundkenntnisse der englischen Sprache vorhanden sind. Anschließend werden die Teilnehmenden auf den Austausch vorbereitet. Hierzu gehört neben einem Sprachtraining auch die Vermittlung der kulturellen Eigenheiten des Gastlandes. Alltagssituationen werden im Rollenspiel erarbeitet und interkulturelle Stolpersteine ausgeräumt. Im Rahmen des Aufenthalts im Ausland wird der erste Monat genutzt um eine vertiefende Vorbereitung auf Kultur, Sprache und Arbeitsmarktbedingungen des Gastlandes durchzuführen. Hierfür zeichnen im Gastland Mitarbeitende des Kooperationspartners verantwortlich, die nicht bilingual unterrichten, sondern ihren Unterricht ausschließlich in der Sprache des Gastlandes durchführen.

 

Während eines 3-monatigen Austauschs durchlaufen die Teilnehmenden zuerst einen 5-wöchigen Sprach- und Landeskurs beim transnationalen Partner. Dieser Kurs wird unterbrochen durch einen einwöchigen Aufenthalt in einem Outdoor-Education-Center zum Teamtraining und zur Stärkung der Fähigkeiten und des Selbstbewusstseins der Teilnehmenden im Sinne von "Stärken stärken".

 

Anschließend absolvieren sie ein 6-wöchiges Vollzeit-Praktikum in lokalen Betrieben. Für die Zielgruppe der Alleinerziehenden akquirieren unsere Mitarbeitenden vor Ort Teilzeit-Praktika. Die Kinder der Alleinerziehenden werden während der Kurs- und Praktikumszeiten von einer Mitarbeitenden des Projektträgers betreut. Der Auslandaufenthalt wird von Mitarbeitenden des Projektträgers begleitet, die den Teilnehmenden bereits aus Deutschland bekannt sind. Diese reflektieren Erlebtes mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, unterstützen bei Problemen, fördern die Herausbildung eines positiven Gruppengefühls durch geeignete (erlebnis-) pädagogische Elemente und zeigen Alternativen zu bisher praktizierten ungünstigen Verhaltensmustern auf. Diese Mitarbeitenden sind per Handy für die Teilnehmenden und die Gastfamilien jederzeit erreichbar und sprechen fließend die Sprache des Gastlandes.

 

Ein dreimonatiger Zeitraum erlaubt zum einen eine gewisse Vorbereitungsphase im Ausland und zum anderen eine Praktikumsdauer, die einen echten Einblick in die örtlichen Arbeitsmarktabläufe und den Erwerb hierzu gehöriger Kompetenzen gestattet. Ein Erleben der ausländischen Kultur und des persönlichen Ausprobierens neuer Handlungsmuster kann in diesem Zeitraum realistisch angegangen werden. Andererseits ist der Zeitraum nicht übermäßig lang, so dass im Heimatland eine Motivierung der Teilnehmenden nicht an einem Zurückschrecken vor zu langer Abwesenheit vom sozialen Umfeld scheitern sollte.

 

Nach dem Auslandsaufenthalt sollen die Teilnehmenden innerhalb der Nach-bereitungs- und Nachbetreuungsphase (bis 2012 - 2 Monate, ab 2013 - 3 Monate) in entsprechende Anschlussmaßnahmen oder in Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden. Das Erfolgserlebnis, sich drei Monate in einem fremden Land behauptet zu haben, soll nun in eine starke Motivation münden, sich eigeninitiativ und aktiv um die eigene berufliche Integration zu bemühen. Durch den Austausch werden soziale Kompetenzen wie Flexibilität, Teamfähigkeit, Offenheit gegenüber anderen Kulturen erworben, die nun zur dauerhaften Überwindung vermittlungshemmender Verhaltensweisen und zur Förderung neuer Verhaltenskompetenzen genutzt werden. Hierzu bedarf es intensiver Einzel- und Gruppenreflexionen sowie kontinuierlicher gezielter individueller Unterstützungs- und Coachingangebote sowie am Gruppenbedarf orientierter Gruppentrainings, um neue Verhaltensoptionen zu vertiefen.

 

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